Kapitel 11: Die alte Bibliothek
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Vocabulary
| die Bibliothek | library |
| das Regal | shelf |
| das Wissen | knowledge |
| staunen | to marvel |
| die Geschichte | story/history |
| die Anleitung | manual/how‑to |
| die Zeitschrift | magazine |
| wertvoll | valuable |
| auswählen | to choose |
| der Stapel | stack |
| die Entdeckung | discovery |
Kapitel 11
Listen to the Story
Die Sonne steht schon tief, als Jonas, Mira und Lukas ein großes, helles Gebäude erreichen. Die Fenster sind staubig, aber viele sind noch ganz. Über der Tür stehen verblasste Buchstaben: „Stadtbibliothek Hamburg“.
Jonas bleibt stehen. „Eine Bibliothek…“ Seine Stimme klingt, als hätte er ein Wunder gefunden.
Mira lächelt. „Vielleicht gibt es hier Geschichten.“
Lukas öffnet die schwere Tür. „Oder Wissen, das wir brauchen.“
Drinnen ist es kühl und still. Der Raum ist riesig. Hohe Regale stehen in langen Reihen, manche schief, manche noch perfekt gerade. Bücher liegen überall—auf dem Boden, auf Tischen, in offenen Kisten. Der Staub tanzt im Licht, das durch die Fenster fällt.
Jonas geht langsam zwischen den Regalen hindurch. Seine Augen glänzen. „So viele Bücher… so viel Wissen.“
Er nimmt ein Buch aus einem Regal und schlägt es vorsichtig auf. Bilder von großen Maschinen, glänzenden Städten und Menschen in seltsamer Kleidung füllen die Seiten.
„Das sieht aus wie Magie“, sagt er leise.
Mira findet ein Regal voller Geschichten. Sie liest ein paar Zeilen aus einem alten Roman und lächelt. „Die Menschen haben früher so viel geschrieben… über Liebe, Abenteuer, Träume.“
Lukas steht vor einem Stapel Anleitungen. „Hier steht, wie man Wasser reinigt… wie man Werkzeuge baut… wie man Pflanzen schützt.“ Er blättert weiter. „Das ist unglaublich wertvoll.“
Sie verbringen Stunden in der Bibliothek.
Jonas liest in einem Buch über alte Computer und versteht fast nichts, aber er kann nicht aufhören zu staunen.
Mira findet Zeitschriften mit bunten Bildern von Reisen, Essen und Musik.
Lukas entdeckt Karten, alte Stadtpläne und Bücher über Medizin und Landwirtschaft.
„Ich könnte hier Monate bleiben“, sagt Jonas irgendwann. „Ich möchte alles lernen.“
Mira nickt. „Ich auch. Aber wir haben nicht genug Platz.“
Lukas seufzt. „Wir müssen auswählen. Nur ein paar Bücher.“
Sie setzen sich an einen großen Tisch und legen ihre Funde darauf.
Ein Buch über Wasserfilter.
Ein Buch über Pflanzen und Gärten.
Ein kleines Buch mit Geschichten für Kinder.
Und ein dünnes Heft über einfache Maschinen.
„Diese vier nehmen wir mit“, sagt Mira. „Sie sind leicht und wichtig.“
Jonas streicht über die anderen Bücher. „Wir kommen zurück. Wir müssen zurück. Dieses Wissen darf nicht verloren gehen.“
Lukas nickt. „Vielleicht bauen wir eine Bibliothek im Dorf. Eine echte. Für alle.“
Die Sonne ist längst untergegangen, und die Bibliothek liegt im warmen, goldenen Licht der Taschenlampe. Die drei richten sich ein kleines Lager zwischen den Regalen ein. Der Boden ist hart, aber der Raum fühlt sich sicher an—wie ein Ort, der sie willkommen heißt.
In der Nacht hört man nur das leise Rascheln der Seiten, wenn der Wind durch ein kaputtes Fenster weht.
Am frühen Morgen stehen sie auf, packen ihre wenigen Bücher ein und gehen leise hinaus.
Jonas dreht sich noch einmal um. „Ich komme wieder“, flüstert er.
Und dann verschwinden sie zwischen den stillen Straßen, während die Bibliothek hinter ihnen weiter über die alte Welt wacht.
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