Aderalingua

Kapitel 9: Das Kinderzimmer

Three explorers explore a long abandoned Hamburg

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Vocabulary

das Zimmer room
die Wand wall
das Spielzeug toy
die Zeichnung drawing
verblasst faded
weich soft
ordentlich tidy
zurückkommen to return
die Erinnerung the memory
die Stille silence
vorsichtig carefully
traurig sad

Kapitel 9


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Das Haus, das sie betreten, ist klein und still. Die Tür steht offen, und ein warmer Lichtstreifen fällt durch ein Loch im Dach. Der Flur riecht nach Staub und altem Holz. Jonas, Mira und Lukas gehen langsam weiter, Schritt für Schritt, als ob sie jemanden nicht wecken wollen.

Im zweiten Stock finden sie eine kleine Tür. Mira drückt sie vorsichtig auf. Dahinter liegt ein Kinderzimmer.

Der Raum ist hell, obwohl die Fenster schmutzig sind. Die Wände sind mit verblassten Farben bemalt—Sterne, Wolken, ein kleiner Regenbogen. Auf dem Boden liegt ein weicher Teppich, halb zerfressen von der Zeit. In einer Ecke steht ein kleines Bett, ordentlich gemacht, als hätte ein Kind es am Morgen verlassen und wäre nie zurückgekommen.

Jonas geht langsam hinein. „Es sieht aus, als hätte hier jemand gelebt… bis zum letzten Tag.“

Mira kniet sich neben ein altes Spielzeug—ein Holzauto mit roten Rädern. Sie dreht es in der Hand. „Es ist so leicht“, sagt sie leise. „Und so alt.“

Lukas steht vor einem Regal. Dort liegen Bücher, manche offen, manche geschlossen. Zwischen ihnen steckt ein kleines Heft. Er zieht es heraus. Es ist ein Malbuch. Auf der ersten Seite ist eine bunte Zeichnung: eine Familie—zwei Erwachsene, ein Kind, und ein Hund. Alle lächeln.

„Schau“, sagt Lukas und zeigt es den anderen.

Jonas schluckt. „Sie wollten vielleicht fliehen. Oder sie haben gehofft, dass alles wieder gut wird.“

Mira blättert weiter. Auf einer Seite sieht man ein Haus mit einem großen Garten. Auf einer anderen ein Boot auf einem Fluss. Die Farben sind hell, aber die Linien zittern ein wenig, als hätte das Kind beim Malen Angst gehabt.

Die Stille im Raum ist schwer. Kein Wind, kein Geräusch von draußen. Nur die drei Freunde und die Erinnerung an ein Leben, das hier einmal war.

„Wir können das nicht hier lassen“, sagt Jonas plötzlich.

Mira schaut ihn an. „Das Malbuch?“

Er nickt. „Es ist leicht. Und es erzählt etwas Wichtiges.“

Lukas legt das Buch vorsichtig in seinen Rucksack. „Dann nehmen wir es mit. Für das Dorf. Für die Kinder dort.“

Bevor sie gehen, schaut Mira noch einmal zurück. Das Zimmer wirkt friedlich, aber auch traurig—wie ein Ort, der auf jemanden wartet, der nie wiederkommt.

Sie schließen die Tür leise und steigen die Treppe hinunter. Draußen ist die Luft kühl, und die Stadt wirkt noch stiller als zuvor.

„Wir gehen weiter“, sagt Lukas.

Doch alle drei tragen jetzt ein neues Gewicht in sich—nicht schwer, aber tief.

Reading Comprehension Exercises

Here are some questions to help you start thinking in German.