Kapitel 6: Nebel über der HafenCity
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Vocabulary
| der Nebel | fog |
| bedecken | to cover |
| der Schleier | the veil |
| das Geräusch | sound |
| verschwinden | to disappear |
| die Bewegung | movement |
| verschwommen | hazy / blurry |
| feucht | damp |
| die Gestalt | figure, shape |
| blinzeln | to blink |
| unheimlich | eerie |
Kapitel 6
Listen to the Story
Die drei Freunde gehen weiter in die Stadt hinein, bis die Häuser plötzlich niedriger werden und das Land feuchter wird. Vor ihnen liegt die HafenCity—doch sie erkennen sie kaum. Ein dichter Nebel steigt vom Wasser auf und bedeckt alles wie ein grauer Schleier.
„Ich kann kaum etwas sehen“, sagt Jonas und zieht seine Jacke enger.
„Der Nebel kommt schnell“, sagt Mira. „Vielleicht vom Fluss.“
Lukas schaut nach oben. „Oder vom Meer. Wir sind nah dran.“
Sie gehen langsam weiter. Unter ihren Füßen hören sie das leise Platschen von Wasser. Manche Straßen sind halb überflutet. Alte Brücken stehen schief im Nebel, und Boote liegen auf Dächern, als hätte das Wasser sie vor vielen Jahren dorthin getragen.
„Das ist unheimlich“, flüstert Jonas.
Mira nickt. „Aber auch schön. Alles ist so still.“
Plötzlich hören sie ein Geräusch—ein leises Klirren, wie Metall, das gegen Stein schlägt.
„Habt ihr das gehört?“, fragt Lukas.
„Ja“, sagt Mira. „Es kam von dort.“ Sie zeigt auf eine dunkle Gasse, die im Nebel verschwindet.
Sie bleiben stehen und lauschen. Nichts. Nur das Wasser, das gegen alte Mauern schlägt.
Jonas blinzelt in den Nebel. „Ich glaube… ich habe dort eine Gestalt gesehen.“
„Wo?“, fragt Mira.
„Dort, auf dem Balkon. Ganz oben.“
Die anderen schauen, aber sie sehen nur Nebel und Schatten.
„Vielleicht war es nur eine Bewegung im Nebel“, sagt Lukas. Doch seine Stimme klingt nicht sicher.
Sie gehen weiter, Schritt für Schritt. Der Nebel wird dichter, und die Welt um sie herum wirkt weich und verschwommen. Die Häuser sind nur noch dunkle Formen. Ein altes Straßenschild ragt aus dem Wasser: „Überseequartier“.
„Wir müssen zusammenbleiben“, sagt Mira.
„Ja“, antwortet Jonas. „Ich will hier nicht allein sein.“
Sie folgen einer schmalen Straße, die leicht ansteigt. Der Nebel wird langsam heller. Nach einigen Minuten stehen sie auf einer kleinen Anhöhe und können wieder besser sehen.
„Endlich“, sagt Lukas und atmet tief ein.
Jonas schaut zurück in die weiße Wand aus Nebel. „Ich frage mich, was dort drin war.“
Mira legt ihm eine Hand auf die Schulter. „Vielleicht nichts. Vielleicht etwas. Aber wir gehen weiter.“
Und so verlassen sie die HafenCity—mit einem Gefühl, dass der Nebel mehr gesehen hat als sie selbst.
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