Kapitel 13: Die Entscheidung
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Vocabulary
| erkunden | to explore |
| zurückkehren | to return |
| das Lebensmittelgeschäft | grocery store |
| die Packung | package |
| die Samen | seeds |
| auswählen | to choose |
| schwer | heavy |
| bewahren | to preserve |
| die Zukunft | the future |
| die Last | the load / burden |
Kapitel 13
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Der Tag beginnt ruhig. Die Sonne steht warm über den stillen Straßen, und die Stadt wirkt friedlicher als je zuvor. Jonas, Mira und Lukas gehen langsam durch die breiten Wege, vorbei an Häusern, die im Morgenlicht fast freundlich aussehen. Doch in ihren Gedanken liegt eine Frage, die immer größer wird.
„Sollen wir noch weiter erkunden?“, fragt Jonas schließlich. Seine Stimme ist leise, fast vorsichtig.
Mira bleibt stehen. „Es gibt noch so viel zu sehen… ganze Viertel, die wir nicht kennen.“
Lukas schaut auf die Karte. „Ja. Aber wir haben schon viel gefunden. Und der Weg nach Hause ist lang.“
Sie schweigen. Die Entscheidung hängt schwer zwischen ihnen.
Jonas sieht zu den hohen Gebäuden, die wie Wächter über der Stadt stehen. „Ich möchte alles verstehen. Alles sehen. Aber…“
„Aber wir müssen zurückkehren“, beendet Mira den Satz.
Lukas nickt. „Wir haben genug für jetzt. Und das Dorf wartet.“
Langsam wenden sie sich nach Süden, bereit für den Rückweg. Doch bevor sie die Stadt verlassen, sehen sie ein großes, halb offenes Gebäude mit bunten Schildern.
„Ein Lebensmittelgeschäft“, sagt Mira überrascht. „Ein riesiges.“
Sie treten ein. Die Luft ist kühl, und die Regale stehen noch fast vollständig. Viele Packungen sind alt, aber einige sind noch gut verschlossen.
Jonas hebt eine Packung getrockneter Früchte hoch. „Das könnte uns helfen.“
Lukas findet Samen in kleinen Tüten. „Das ist wichtig für das Dorf. Sehr wichtig.“
Mira entdeckt Werkzeuge, Seile, kleine Messer, Dosen, Wasserfilter—so viele Dinge, dass ihnen schwindelig wird.
„Wir können nicht alles tragen“, sagt Jonas.
„Wir müssen auswählen“, sagt Mira.
„Schon wieder“, murmelt Lukas.
Sie setzen sich auf den Boden zwischen zwei Regalen und legen alles vor sich:
– die Gegenstände aus dem Kaufhaus
– das Malbuch
– die vier Bücher aus der Bibliothek
– die Seife, die Haken, das Werkzeugset
– und nun die neuen Funde: Samen, verpackte Lebensmittel, kleine nützliche Dinge
„Wir behalten alles, was wir schon haben“, entscheidet Mira. „Das ist wichtig.“
„Und wir nehmen die Samen mit“, sagt Lukas. „Sie sind leicht und wertvoll.“
„Und ein paar Packungen Essen“, fügt Jonas hinzu. „Für den Weg.“
Sie packen alles sorgfältig ein. Die Rucksäcke sind jetzt voll—vielleicht zu voll. Jonas spürt die Last auf seinen Schultern, aber er sagt nichts.
Als die anderen nicht hinsehen, entdeckt Jonas ein kleines, glänzendes Objekt in einem Regal. Er weiß nicht genau, was es ist—ein Teil einer alten Maschine vielleicht, oder ein Schmuckstück. Es ist leicht, klein, geheimnisvoll. Ohne ein Wort steckt er es in seine Tasche.
Draußen vor dem Geschäft bleibt Jonas stehen und blickt zurück zur Stadt. „Die Bücher… das Wissen… wir lassen so viel zurück.“
Mira legt ihm eine Hand auf den Arm. „Wir kommen wieder.“
Lukas nickt. „Und wir bauen eine Bibliothek im Dorf. Eine echte. Damit wir alles bewahren können, was wir finden.“
Jonas atmet tief ein. „Ja. Wir müssen das tun. Für die Zukunft.“
Mit schweren Rucksäcken, aber einem klaren Ziel im Herzen, machen sie sich auf den Weg. Die Stadt verschwindet langsam hinter ihnen, doch die Entscheidung, zurückzukehren, fühlt sich richtig an.
Sie gehen heimwärts—müde, beladen, aber voller Hoffnung.
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